SG Flensburg-Handewitt bezwang SC Magdeburg

SG Flensburg-Handewitt – Saison 2018-2019 – Handball Bundesliga – EHF Champions League – Foto: SG Flensburg-Handewitt
SG Flensburg-Handewitt – Saison 2018-2019 – Handball Bundesliga – EHF Champions League – Foto: SG Flensburg-Handewitt

Die SG Flensburg-Handewitt hat ihren Startrekord in der DKB Handball Bundesliga auf 22:0 Punkte ausgebaut und hat saisonübergreifend nun 19 Spiele in Folge gewonnen.

Am Abend schlug die SG Flensburg-Handewitt den SC Magdeburg mit 26:25 (14:11) Toren.

„Meine Mannschaft hat fantastisch angefangen, war sofort präsent und hätte zur Pause höher führen können“, bewertete SG-Trainer Maik Machulla die 60 Minuten. „Wenn wir nur mit einem Unentschieden aus der Partie gegangen wären, hätten wir uns geärgert. Wir hätten uns am Ende cleverer anstellen müssen.“

02.11.2018 – PM SGFH / TIME / Frank Zepp:

SG Flensburg-Handewitt: Es knisterte vor Spannung in der „Hölle Nord“. Erster gegen Zweiter – war für eine bemerkenswerte Konstellation. Die Partie nahm so gleich Fahrt auf. Lasse Svan schloss einen schnellen Vorstoß über den rechten Flügel ab, von der anderen Seite stach Magnus Jöndal zu. Der Gast hielt nur bis zum 3:2 mit, dann zerschellte er an einer bissigen 6:0-Abwehr. Sofort bildete sich der emotionale Schulterschluss zwischen Mannschaft und Anhang. Eine eindrucksvolle Atmosphäre. SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke lobte: „Die Zuschauer waren fantastisch, es ist klasse, wie sich der Mannschaft in dieser Saison helfen.“

Jim Gottfridsson – ein Leader mit Spiel 200

Simon Hald startete im Mittelblock und erzielte vorne den nächsten Treffer. Hinten erfolgten weitere Ballgewinne. Zwei Konter liefen über Lasse Svan. 6:2! Die Halle stand Kopf, die SG agierte wie im Rausch. Jim Gottfridsson zog in seinem 200. Spiel für die SG den Angriff auf und brach zum 8:4 durch. „Ein echter Leader“, strahlte Maik Machulla. Rasmus Lauge erzwang mit dem 9:4 das erste Team-Timeout der Magdeburger. Stehende Ovationen! „Man hat sofort gemerkt, dass die SG etwas gutmachen wollte“, beobachtete SCM-Coach Bennet Wiegert. „Wir sind leider nicht so gut ins Spiel gekommen. Es bringt nichts die Nationalmannschaftspause zu verfluchen – die ist Vergangenheit.“

Lange Diskussionen um eine Zeitstrafe

Nach der kurzen Unterbrechung wussten sich die Gäste besser aus der Affäre zu ziehen. Beim 12:9 hatten sie die Chance, weiter zu verkürzen. Bei diesem Angriff zeigten die Referees bald passives Spiel an. Der SCM verstand es aber, sich von Freiwurf zu Freiwurf zu retten. Schließlich hämmerte Christian O´Sullivan den Ball über die Latte, torpedierte danach mit der SG Mauer und landete unsanft auf dem Boden. Zum Entsetzen der SG und des Publikums entschieden die Unparteiischen auf Zeitstrafe und lotsten nach längeren Diskussionen den erstaunt dreinblickenden Simon Hald auf die Bank. Die Magdeburger blieben im Ballbesitz, doch in einer erhitzten Atmosphäre sprang Holger Glandorf dazwischen und rannte dem vielumjubelten 13:9 entgegen. Niemand hielt es mehr auf seinem Platz.

Dreier-Serie nach Ausgleich

Der zweite Durchgang begann nach dem Geschmack des Tabellenzweiten. Plötzlich hieß es nur noch 14:13. Die Spannung wuchs. Ein Doppelpack des wendigen Anders Zachariassen sorgte wieder für etwas Luft. Zwischendurch parierte Torbjörn Bergerud phänomenal gegen SCM-Linksaußen Matthias Musche. Dennoch war Marko Bezjak kurz darauf der 17:17-Ausgleich vergönnt. Die SG behielt kühlen Kopf. Eine Dreier-Serie schloss Lasse Svan aus vollem Lauf ab und schwang in einen kleinen Jubellauf über. Auch Glück muss man haben: Jim Gottfridsson warf über die Deckung und traf den Innenpfosten, von wo aus der Ball ins Netz sprang. 21:18!

Zu früh in den Feier-Modus

Die SG verteidigte nun ein kleines Polster. Als der eingewechselte Benjamin Buric mit einer Parade einstieg und Anders Zachariassen wenig später auf 25:21 erhöhte, ging die „Hölle Nord“ bereits in den Feier-Modus über. Aber Vorsicht: Binnen Kürze machte der SCM die Hälfte des Rückstandes wett. Es war ein atemberaubendes Spitzenspiel. Lasse Svan markierte fein vom rechten Flügel das 26:23, doch die SG versäumte es, den Deckel auf die Partie zu packen. Der SCM setzte mit einer 4:2-Defensive ein paar Nadelstiche, schaffte den Anschluss. 38 Sekunden vor Ultimo nutzte Maik Machulla seine grüne Karte für eine kleine Ansprache.

Letzter Wurf an den Außenpfosten

Dann zeigten die Unparteiischen überraschend schnell passives Spiel an. Die Bördeländer kamen noch einmal in Ballbesitz. „Meine Mannschaft kann besser spielen, aber hat einen tollen Charakter gezeigt“, fand Bennet Wiegert. „Es wäre Wahnsinn gewesen, wenn wir noch einen Punkt mitgenommen hätten.“ Der SG Deckung gelang es, die letzte Kombination der Gäste auf die rechte Außenbahn zu drängen. Robert Weber traf nur den Außenpfosten. Sieg! „Die Nummer eins im Land sind wir“, jubelten Mannschaft und Fans gemeinsam. Den Schwung wollen jetzt alle mit in die VELUX EHF Champions League nehmen. „Da wünsche ich mir wieder ein volles Haus“, sagte Dierk Schmäschke. „Es gibt gegen Skjern ein sehr schönes Wiedersehen mit zwei ehemaligen Spielern von uns.“ Thomas Mogensen und Anders Eggert kommen. Anwurf ist am Sonntag um 18.15 Uhr.

SG Flensburg-Handewitt vs. SC Magdeburg 26:25 (14:11)

SG Flensburg-Handewitt: Buric (4 Paraden, ab 47., Bergerud (7 Paraden) – Karlsson, Hald (1), Golla, Glandorf (2), Svan (6), Wanne (3/3), Jeppsson, Jøndal (2), Steinhauser, Zachariassen (3), Johannessen (1), Gottfridsson (4), Lauge (4)
SC Magdeburg: Quenstedt (1 Parade), Green (8 Paraden, ab 21.) – Chrapkowski, Bezjak (1), Weber (12/4), Musche (6/3), Damgaard, O´Sullivan (3), Musa, Lagergren (1), Jimenez (2)
Schiedsrichter: Blümel/Loppaschewski (Berlin); Zeitstrafen: 10:6 Minuten (Karlsson 2, Hald 2, Svan 2, Zachariassen 2, Lauge 2 – Lagergren 2, Bezjak 2, Weber 2); Siebenmeter: 3/3:8/7 (Musche scheitert an Bergerud); Zuschauer: 6.214
Spielverlauf: 1:1 (3.), 3:1 (5.), 3:2 (6.), 6:2 (7.), 7:4 (11.), 9:4 (14.), 10:5 (16.), 11:6 (18.), 11:8 (22.), 12:9 (24.), 14:10 (30.) – 14:13 (35.), 16:13 (37.), 17:14 (38.), 17:17 (41.), 20:17 (44.), 21:18 (46.), 22:20 (47.), 23:21 (48.), 25:21 (51.), 25:23 (54.), 26:23 (56.), 26:24 (58.), 26:25 (60.)

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