Handball EM: Ales Pajovic „Deutschland großer Mit-Favorit“

Handball EM 2020 - Ales Pajovic - Teamchef Österreich - Copyright: ÖHB/Agentur DIENER/Eva Manhart
Handball EM 2020 – Ales Pajovic – Teamchef Österreich – Copyright: ÖHB/Agentur DIENER/Eva Manhart

Handball EM 2020: Österreichs Teamchef Ales Pajovic im Interview. 19 Tage sind bis zum Eröffnungsspiel der EHF EURO 2020 in Graz und knapp drei Wochen bis zum ersten Vorrundenspiel der österreichischen Auswahl gegen Tschechien.

Im Rahmen des Trainingslehrgangs in Schielleiten stand Österreichs Teamchef Ales Pajovic Rede und Antwort.

Handball der Extraklasse bei der 14. Handball Europameisterschaft (EHF EURO) der Männer vom 9. bis 26. Januar 2020 in Schweden, Norwegen und Österreich.

Frank Zepp - Handball EHF EURO 2018 Frankreich - AccorHotels Arena Paris - Foto: Joachim Schütz (http://www.stregspiller.com)
Frank Zepp – Foto: Joachim Schütz

SPORT4FINAL-Redakteur Frank Zepp berichtet live von der Hauptrunde aus der Stadthalle in Wien sowie den Halbfinals und dem großen Finale (24. bis 26. Januar) aus der Tele 2 Arena in Stockholm – dem Fußball-Stadion mit einer Kapazität von 22.000 Zuschauern.

Handball EM 2020: SPORT4FINAL LIVE

21.12.2019 – PM ÖHB / SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Handball EM 2020: Ales Pajovic sprach über die Entwicklung des Nationalteams, die Vorrundengruppen in Graz und Wien, was er seiner Heimat Slowenien zutraut und wer für ihn die Favoriten auf den Titel sind.

Ende März hast du das Nationalteam übernommen. Wie lautet dein bisheriges Resümee?

Ales Pajovic: Für diese Europameisterschaft mussten wir uns nicht qualifizieren, konnten uns dafür aber im EHF EURO CUP mit den Topnationen Schweden, Norwegen und Spanien messen. Sechs Spiele haben wir bislang bestritten und mit diesen bin ich sehr zufrieden. Man hat gesehen, welches Potential in der Mannschaft steckt, wir haben gezeigt, dass wir mit den Topnationen mithalten und sie fordern können. Im Herbst hatten wir zwei Testspiele gegen Serbien und die Niederlande, zwei Nationen die mit uns ungefähr auf dem selben Level stehen. Das Team hat in diesen beiden Spielen einen enormen Willen gezeigt, hat als Kollektiv agiert. Unser System automatisiert sich von Lehrgang zu Lehrgang immer stärker. Wir haben wenig Zeit, aber die Spieler arbeiten sehr konzentriert, sind hoch motiviert und verinnerlichen das System.

Wie sehen nun die letzten drei Wochen bis zum EURO-Start aus?

Ales Pajovic: Wir trainieren jetzt noch bis inklusive Sonntag in Schielleiten mit den Spielern aus der österreichischen Liga. Zwischen Weihnachten und Silvester sind wir in der Südstadt, dann bereits mit den Legionären aus der Schweiz und Portugal. Ab 1. Januar steht mir der endgültige Kader mit sämtlichen Legionären zur Verfügung. Am 6. Januar bestreiten wir unser einziges Testspiel gegen Deutschland. Diese neun Tage und das Testspiel bis zu unserem Auftaktspiel bei der EURO gegen Tschechien werden wir dazu nutzen, um noch einmal an unserer Taktik zu arbeiten, unsere Gegner zu analysieren und uns intensiv auf die EURO vorzubereiten.

Du hast als Spieler 2004 mit Slowenien selbst eine Heim-EURO erlebt. Was erwartest du dir für die Vorrundenspiele gegen Tschechien, die Ukraine und Nordmazedonien?

Ales Pajovic: Vor Heimpublikum zu spielen ist natürlich ein Vorteil. Wir hoffen auf eine volle Halle und den achten Mann von der Tribüne. Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht so scheint, so haben wir doch eine schwere Gruppe erwischt. Jeder kann jeden schlagen. Unser Ziel ist es, in die Hauptrunde einzuziehen.

2004 holtest du mit der slowenischen Auswahl Silber. Was traust du Slowenien bei der EURO 2020 zu?

Ales Pajovic: Slowenien konnte sich nicht für die letzte Handball WM qualifizieren. Sie haben jetzt einen neuen Trainer und die Erwartungen und Hoffnungen sind hoch. Man erwartet, dass sie sich für die Olympischen Spiele qualifizieren. Man verfügt über viele Spieler, die bei europäischen Topvereinen engagiert sind. In ihrer Vorrundengruppe haben sie gute Chancen weiterzukommen und ich bin auch davon überzeugt, dass sie in die Hauptrunde einziehen. Dort wird es mit Dänemark, Norwegen und Frankreich allerdings schwer ins Halbfinale einzuziehen.

Auch in der Wahlheimat Graz ist eine Vorrundengruppe mit Kroatien, Weißrussland, Montenegro und Serbien stationiert. Worauf dürfen sich die Fans freuen?

Ales Pajovic: Gruppe A in Graz mit Kroatien, Serbien und Montenegro ist eine wahre Balkangruppe. Die Begegnung zwischen Kroatien und Serbien wird sehr interessant. Die Halle wird sicher voll sein. In meiner Wahlheimat ist Kroatien für mich der Favorit. Dahinter bringen sowohl Serbien als auch Weißrussland viel Qualität mit. Es wird interessant sein zu sehen, wer zweiter wird in dieser Gruppe.

Österreich ist deine erste Station als Nationalteamtrainer. Wie hast du deine bisherigen Trainer erlebt und was für ein Typ Trainer bist du selbst?

Ales Pajovic: In meiner aktiven Karriere hatte ich einige Trainer vom Balkan. Da wurde oft geschrien, es hat mir aber nicht viel ausgemacht. Ich war es gewohnt und war abgehärtet. Jetzt als Trainer pflege ich eher den ruhigen, skandinavischen Stil, aber mit viel Balkanblut kombiniert. Ich bin kein Freund davon, die Spieler anzuschreien. Wenn sie einen Fehler machen, spreche ich mit ihnen darüber, versuche ihnen zu erklären was sie anders oder besser machen sollen. Wenn das nicht funktioniert, kann ich aber auch schärfer werden. Sehr geprägt haben mich Talant Dujshebaev und Raul Gonzales. Von ihnen habe ich sehr viel im taktischen Bereich gelernt, das ich auch jetzt nutzen kann.

Wer sind deine persönlichen Favoriten auf den Titel?

Ales Pajovic: Aufgrund dessen was ich bei der WM in Deutschland und Dänemark gesehen haben, zähle ich Dänemark, Frankreich, Deutschland und Norwegen zu den großen Favoriten. Hinzu kommen Kroatien und Spanien und dann kommt meistens noch ein Überraschungsteam hinzu. Vielleicht können sogar wir das sein.

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