Handball EHF Finals: SC Magdeburg überzeugender Champion

Handball EHF Finals 2021 - SC Magdeburg Sieger - Copyright: EHF/Stephane Pillaud
Handball EHF Finals 2021 – SC Magdeburg Sieger – Copyright: EHF/Stephane Pillaud

Handball EHF Finals 2021 European League Männer, Finale: SC Magdeburg vs. Füchse Berlin.

Der SC Magdeburg gewann zum vierten Mal nach 1999, 2001, 2007 (EHF-Cup) den zweithöchsten europäischen Titel nach dem Gewinn der EHF Champions League 2002 als erster deutscher Verein.

Mit einer über 45 Minuten beeindruckenden Leistung bezwang der SC Magdeburg die Füchse Berlin mit 28:25 (15:8) Toren und kassierte für den Erfolg EUR 100.000. Die Berliner können sich noch über EUR 50.000 freuen. Dritter wurden die Rhein-Neckar Löwen.

Handball EHF Finals 2021 - Jannick Green MVP - SC Magdeburg vs. Füchse Berlin - Copyright: EHF/Stephane Pillaud
Handball EHF Finals 2021 – Jannick Green MVP – SC Magdeburg vs. Füchse Berlin – Copyright: EHF/Stephane Pillaud

Zum „Matchwinner“ avancierte Magdeburgs dänischer Torhüter Jannick Green.

MVP des EHF Finals 2021 und Man of the Final Match:

Jannick Green (SC Magdeburg, 17 Paraden, 41 Würfe, 41 Prozent)

Spiel um Platz 3: Wisla Plock vs. Rhein-Neckar Löwen 27:32 (12:15)

Handball EHF Finals: Füchse Berlin schlugen Rhein-Neckar Löwen

Handball EHF Finals: SC Magdeburg bezwang Wisla Plock

24.05.2021 – SPORT4FINAL TIME / Frank Zepp:

Handball EHF Finals 2021 European League Männer, Finale:

Der SC Magdeburg spielte die beste Halbzeit in dieser Saison. Mit superstarker offensiv-vorgezogener schnellfüßiger 6:0-Abwehr, einem herausragenden Torhüter Green (9 Paraden bei 17 Würfen, 53 Prozent) wurde das Star-Ensemble der Füchse Berlin unerwartet hoch auf Distanz gehalten und spielkulturell klar beherrscht. Auf der anderen Seite konnten die Berliner nicht an die Glanzvorstellung gegen die Rhein-Neckar Löwen anknüpfen – die Gegenwehr, eigene Fehler und schwache Wurfausbeute machten dies zu Nichte.

Der SC Magdeburg spielte hoch konzentriert und erhöhte von 6:4 auf 12:6 und ließ sich mental von diesem Hoch bis zur 15:8-Pausen-Führung tragen. Wurfeffizienz 68:40 Prozent. Torhüter 9:4 Paraden (53:21 Prozent). Gegenstoß-Tore 1. Welle 1:0. Strafminuten 2:2. Technische Fehler 2:4. Beste Torschützen: Magnusson 3, Damgaard 3, Mertens 2 – Drux 2, Lindberg 1.

Der SC Magdeburg diktierte bis Mitte der zweiten Halbzeit die Begegnung. Danach steigerten sich die Füchse Berlin (der Rückraum enttäuschte trotzdem) und verkürzten in der Crunchtime auf 25:23 (56.). Die Magdeburger Abwehr stand nicht mehr so sattelfest. Ein SCM-Zwischenspurt zum 27:23 brachte aber die Vorentscheidung. Der „Matchwinner“, Torhüter Green, parierte allein in den letzten 2,5 Minuten vier freie Bälle der Berliner, die den „turnaround“ nicht mehr schafften. Insofern war es über die kompletten 60 Minuten betrachtet ein verdienter Erfolg des SC Magdeburg.

Handball EHF Finals 2021 - SC Magdeburg vs. Füchse Berlin - Copyright: EHF/Stephane Pillaud
Handball EHF Finals 2021 – SC Magdeburg vs. Füchse Berlin – Copyright: EHF/Stephane Pillaud

Stimmen (EHF Media):

Christian O’Sullivan, Mannschaftskapitän SC Magdeburg: „Wir haben so viele Jahre um diesen Titel gekämpft. Wir haben die ganze Saison so hart gearbeitet. Jetzt haben wir es geschafft und ich kann meine Gefühle jetzt wirklich nicht beschreiben. Dieser Titel bedeutet alles für uns. Magdeburg ist so eine handballverrückte Stadt und wir tun alles für unsere Fans. Es war heute eine harte Arbeit gegen ein wirklich starkes Team der Füchse. Der Schlüssel zum Erfolg war die Verteidigung. Die Art und Weise, wie wir in der ersten Halbzeit verteidigt haben, war einfach unglaublich.“

Marko Bezjak, SC Magdeburg: „Das ist eine unglaubliche Emotion. Wir haben so lange auf einen europäischen Titel gewartet und jetzt haben wir es geschafft. Wir hatten gehofft und geträumt und jetzt sind wir da. Im Finale haben wir einfach gezeigt, wozu wir fähig sind. Natürlich werden wir heute Abend auf dem Rückweg nach Magdeburg eine Party im Bus veranstalten. Und da ich unsere Fans und die Stadt Magdeburg kenne, weiß ich, dass wir am Montag etwas erwarten können, etwas Besonderes, etwas Überraschendes.“

Tim Hornke, SC Magdeburg: „Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich bin wirklich überwältigt. Wir haben so stark gespielt, Jannick Green war so großartig im Tor, die erste Halbzeit war unglaublich. Und schließlich haben wir es verdient, diese Trophäe zu gewinnen.“

Magnus Gullerud, SC Magdeburg: „Wir haben an diesem Wochenende all die kleinen Dinge richtig gemacht. Wir haben gut gegessen und geschlafen, uns ausgeruht, unser Video studiert, daran gearbeitet, uns gegenseitig zu helfen und uns auf das zu konzentrieren, was wir alle selbst tun mussten. Ich denke, es sind kleine Dinge, die den großen Erfolg bringen.“

Mijajlo Marsenic, Füchse Berlin: „Wir sind sehr enttäuscht, wie wir in der ersten Halbzeit gespielt haben. In der zweiten Halbzeit waren wir viel besser und haben im Angriff nicht so viele Bälle verloren wie in der ersten Halbzeit. Vielleicht waren wir in der ersten Halbzeit nicht so konzentriert – vielleicht wollten wir die Goldmedaille mehr als Magdeburg. Wir sind traurig, aber wir müssen stolz auf die gesamte Saison in der EHF European League sein. Auf die Gruppe und wen wir im Viertelfinale und Halbfinale gespielt haben, müssen wir stolz sein. Ich denke, morgen oder in zwei Tagen werden wir sehen, wie sehr dies eine Leistung war. Von Anfang an war es schwierig und wir haben die ganze Saison über auf hohem Niveau gespielt. Spiele gegen Fivers und Montpellier. Es waren großartige Spiele. Wir sind im Wettbewerb auf einem guten Weg und hoffen, in der nächsten Saison Gold zu spielen und zu gewinnen.“

Bennet Wiegert, Trainer SC Magdeburg: Vielleicht war die erste Hälfte eine perfekte Hälfte. Wir haben hervorragend verteidigt, Jannick hat so viele Schüsse gehalten und wir konnten unsere Gegenangriffe ausführen. Wir wussten, dass die Füchse zurück kehren würden, aber wir standen stark und jetzt bin ich so stolz auf mein Team, alle meine Spieler. Hier zu gewinnen war ein Erfolg des gesamten Teams. Jeder übernahm die Verantwortung, jeder gab seinen Teil für diese Trophäe, jeder half den anderen Spielern. Der Gewinn dieser ersten Trophäe in der Europäischen Liga ist ein Moment für die Ewigkeit, es ist historisch. Gestern war die Angst, zu verlieren und eliminiert zu werden, größer als die Freude am Gewinnen. Heute konnten wir nicht eliminiert werden, wir konnten nur gewinnen, und so haben wir gespielt. Ich muss diese unglaubliche Teamleistung erneut loben. Wir wussten, dass wir zwei fast perfekte Tage brauchen würden, um diesen Titel zu gewinnen, und wir haben es geschafft. Es wird lange dauern, bis mir klar wird, was hier passiert ist. Deshalb musste ich mich nach dem Schlusspfiff hinsetzen, um darüber nachzudenken. Sie können sich nicht vorstellen, wie groß der Druck auf uns vier Trainer hier ist. In einem bestimmten Moment müssen Sie sich also nur ein wenig beruhigen.“ 

Jannick Green, SC Magdeburg: Ich bin sehr glücklich und stolz auf das, was wir erreicht haben. Es war ein sehr schweres Spiel, aber wir haben es in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht. Dann hatten wir nach der Pause einige Schwierigkeiten und Füchse setzte uns unter Druck. Aber wir haben diesen Druck ausgehalten und jetzt bin ich sehr glücklich. Ich hatte an diesem Wochenende zwei völlig unterschiedliche Spiele, gestern war ich nicht so gut, aber meine Teamkollegen haben mir sehr geholfen. Heute war es besser, aber am Ende war es eine extrem gute Teamleistung.“ 

Jaron Siewert, Trainer Füchse Berlin: Der SC Magdeburg hat an diesem Wochenende großartige Arbeit geleistet und verdient, heute zu gewinnen. Gestern waren wir glücklicher, heute in der ersten Hälfte waren wir zu schwach. Aber trotz eines Unterschieds von sieben Toren nach der Pause haben wir den Kopf hoch gehalten. Wir waren kurz davor, das Spiel zu ändern, aber Magdeburg hatte heute seinen Schlüsselspieler im Tor, der so viele freie Würfe rettete, dass er der Unterschied war.“

Statistik: EHF Finals 2021, Finale

SC Magdeburg vs. Füchse Berlin 28:25 (15:8)

Man of the Match: Jannick Green (SC Magdeburg, 17 Paraden, 41 Würfe, 41 Prozent)

Spielfilm: 1:0 (1. – Damgaard), böses Foul von Wiede an Mertens (2. – Wiede 2 Min), 2:0 (2. Magnusson 7m Nachwurf, zuvor Parade von Milosavljev), 3:0 (3. – O’Sullivan ÜbZ leeres Tor), 3:1 (4. – Holm), 3:2 (6. – Freihöfer), 4:2 (9. – Magnusson), 5:2 (11. – Damgaard), 5:3 (11. – Marsenic), 6:3 (12. – Damgaard), Auszeit Füchse Berlin (12.), 6:4 (13. – Koch ÜbZ), Doppelparade Green (16.), 7:4 (16. – Pettersson), 7:5 (18. – Lindberg 7m), 8:5 (18. – Mertens), 9:5 (19. – Pettersson TGS, zuvor Parade von Green), 10:5 (20. – Gullerud), 10:6 (21. – Drux), 11:6 (21. – Chrapkowski), 12:6 (21. – Mertens TGS + Steal), Auszeit Füchse Berlin (22.), 12:7 (23. – Drux), 12:8 (25. – Freihöfer TGS), Auszeit SC Magdeburg (25.), 14:8 (29. – Magnusson), 15:8 (30. – Bezjak), 15:8 (HZ) – 16:9 (32. – Hornke), 17:9 (34. – Magnusson), 17:10 (35. – Lindberg), Musa 2. Zeitstrafe (35.), 18:10 (36. – Hornke Dreher UnZ), 18:11 (36. – Drux ÜbZ), O’Sullivan ungeknickt im Angriff (36.), 18:12 (37. – Lindberg ÜbZ), 19:12 (37. – Gullerud), 19:13 (38. – Marsenic), Videoreplay Andersson-Wurf – kein Tor (39.), 19:14 (40. – Marsenic (40.), Berlin 1:44 zu Viert (42:40), 20:14 (43. – Hornke 2ÜbZ), 20:15 (44. – Holm 2UnZ), 21:15 (45. – Magnusson ÜbZ), 21:16 (45. – Drux), 22:16 (46. – Hornke), 22:17 (46. – Freihöfer), 22:18 (47. – Andersson TGS), 23:18 (47. – Mertens), 23:19 (48. – Lindberg), 24:19 (49. – Hornke), 24:20 (50. – Lindberg), Auszeit SC Magdeburg (50.), 24:21 (52. – Lindberg), 25:21 (53. – Magnusson 7m UnZ), 25:22 (54. – Lindberg 7m ÜbZ), 25:23 (56. – Gojun TGS), 26:23 (56. – Damgaard), Steal Bezjak (57.), 27:23 (58. – Magnusson 7m), Steinert 2 Min (57:33), 27:24 (58. – Freihöfer ÜbZ), Green parierte freien Wurf von Lindberg (58:12), Green parierte freien Wurf von Freihöfer (58:45), Green Doppelparade (60.), 27:25 (59:33 – Lindberg), Auszeit Magdeburg (59:44), 28:25 (60. – Mertens), 28:25 (EST)

Beste Torschützen: Magnusson 7/9, Hornke 7/9, Mertens 4/4, Damgaard 4/9 – Lindberg 8/11, Drux 4/6, Freihöfer 3 / 4, Marsenic 3 / 4, Holm 3/6, Andersson 1/6, Wiede 0/4

Wurfeffizienz: 68:53 Prozent

Torhüter: 17:7 Paraden (40:20 Prozent)

Technische Fehler: 3:5

Strafminuten: 8:6

Zuschauer: 0 in SAP Arena Mannheim

Schiedsrichter: Nenad Nikolic und Dusan Stojkovic (Serbien)

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