CNN-Interview mit Golferinnen Jessica und Nelly Korda

CNN Living Golf - Jessica und Nelly Korda und Shane O'Donoghue - Foto: CNN International
CNN Living Golf – Jessica und Nelly Korda und Shane O’Donoghue – Foto: CNN International

In der aktuellen Folge von CNNs Living Golf sprach CNN-Moderator Shane O’Donoghue mit den professionellen Golferinnen Jessica und Nelly Korda.

Im CNN-Interview erzählen sie, wie es ist, als Geschwister im Golfsport gegeneinander anzutreten. Außerdem gehen sie auf ihre Erziehung ein und verraten, warum sie sich gegenseitig unterstützen.

11.10.2018 – CNN Living Golf / SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Jessica und Nelly Korda sind Teil einer Familie, die bereits einige sportliche Talente hervorgebracht hat. Im Jahr 1998 gewann ihr Vater und Tennisprofi Petr Korda einen von vier Grand-Slam-Turnieren, die Australian Open. Gemeinsam mit seiner Frau, Regina Rajchrtova (ebenfalls Tennisprofi), hat er drei Kinder: Jessica und Nelly (beide Golferinnen) und Sebastian, ein erfolgreicher Junior-Tennisspieler, der im Januar den Australian Open-Titel im Junioren Einzel gewann.

Quelle: CNN International

Interview – Auszüge:

Die wesentlichen Unterschiede zwischen den Geschwistern:

Jessica: „Wir mögen zwar gleich aussehen, aber wir sind total unterschiedlich. Was unsere Persönlichkeiten betrifft, ist sie auf jeden Fall ernster als ich.“

Nelly: „Ich würde sagen, dass ich nervöser bin. Sie ist entspannter und ich flippe schneller aus.“

Jessica: „Es fängt schon beim Essen an. Sie isst sehr gesund und ist da diszipliniert, während ich eher sage: ‚Ach das ist schon in Ordnung, wenn ich das jetzt essen möchte.‘ Dadurch, dass wir Geschwister sind, verstehen wir uns und wissen beide, wann wir uns anschauen können und wann wir es lieber sein lassen.“

Warum sie beide ihre Karrieren im Golf – und nicht im Tennissport – verfolgt haben:

Jessica: „Ich habe Tennis nie wirklich gemocht und meine Eltern haben mich immer dazu gedrängt, verschiedene Sportarten auszuprobieren […]. Tennis war nur eine von mehreren Sportarten, die ich gespielt habe (…).“

Nelly: „In meiner Kindheit wollte ich immer das machen, was meine Schwester tat. Sie nahm Golf-Unterricht, also schlug ich Golfbälle an ihrer Seite. Und so habe ich angefangen, Golf zu spielen seitdem ich laufen konnte.“

Über ihre „normale“ Erziehung:

Jessica: „Unsere Eltern haben uns immer wieder darin bekräftigt, ein ausgeglichenes Leben zu führen. Als ich noch jünger war, habe ich sieben oder acht Turniere im Jahr gespielt und es dann im Sommer oder im Winter auch ganz sein gelassen. Ich habe dann keinen Golfschläger angerührt. Meine Sommer habe ich mit meinen Großeltern und meinen Cousins verbracht und nur ‚normale‘ Sachen unternommen. So hatte ich nie einen Burnout. Ich habe immer den Drang verspürt, zurück zu kommen und anzutreten. Meine Eltern haben aber sichergestellt, dass ich in erster Linie ein Kind war.“

Nelly: „Unsere Eltern haben uns auf mit auf dem Weg gegeben, bescheiden zu sein. Und nach diesem Prinzip leben wir auch. All das, was wir besitzen, haben wir uns erarbeitet. Wenn wir ein Spielzeug haben wollten, dann mussten wir erst für ein paar Stunden trainieren gehen. Unsere Eltern waren bei jedem Schritt des Weges an unserer Seite.“

CNN Living Golf Jessica und Nelly Korda und Shane O'Donoghue - Foto: CNN International
CNN Living Golf Jessica und Nelly Korda und Shane O’Donoghue – Foto: CNN International

Wie ist es, den Alltag als Profi-Golferinnen gemeinsam zu erleben?

Jessica: „Ich liebe all die Orte, die wir besuchen. Es ist fantastisch, die Welt sehen zu können und es ist cool, dass ich meiner Schwester alles zeigen kann.“

Nelly: „Seit ich 6 Wochen alt war, reise ich durch die Welt. Es ist also etwas ganz Normales für mich.“

Jessica verrät, welchen Tipp Sie ihrer Schwester mitgab, als sie auf die Tour ging:

Jessica: „Sei geduldig und verändere nichts. Einige Mädchen da draußen versuchen, mehr zu trainieren. Sie versuchen ihren Golfschlag zu verändern. Ich habe ihr gesagt, sie soll auf ihre Stärken aufbauen und geduldig sein.“

Nelly berichtet über die wertvolle Unterstützung, die sie von ihrer Schwester erhielt:

Nelly: „Ich glaube nicht, dass ich mich in meinen Anfangsjahren ohne ihre Unterstützung so wohl gefühlt hätte. Sie zeigte mir, wie es geht und spielte auch nach dem Training mit mir. Es war wirklich gut für mich, Sie dabei zu haben. Natürlich wollen wir gegeneinander gewinnen, aber auch den anderen fördern. Ich denke schon, dass ich ihr geholfen habe, ihr Niveau zu verbessern. Schließlich will sie mich da draußen immer besiegen. Aber es bleibt stets ein gesunder Wettbewerb und es entsteht kein Neid. Wir wollen uns gegenseitig nur verbessern und helfen, damit wir beide erfolgreich sein können.“

Über ihre Hoffnung auf einen Sieg bei den Australian Open (wie zuvor Vater, Schwester und Bruder):

Nelly: „Ich würde liebend gerne die Australian Open gewinnen (…), denn dann bliebe es in der Familie. In dem Bereich fühle ich mich noch etwas ausgeschlossen.“

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